Chronik

Blasmusik in Fischlham

Die offizielle Gründung des Musikvereines Fischlham geht auf das Jahr 1931 zurück. Aber auch schon vorher muss es laut einer Zeitungsnotiz vom 7.4.1931 in der Pfarrchronik in Fischlham eine Musikgruppe gegeben haben.

Im März 1931 wurden Alois Gschwendner zum Kapellmeister und Johann Pesl zum Obmann gewählt. Die Instrumente borgte man sich zum Teil von anderen Kapellen aus. Durch eine Haussammlung schaffte der Verein die Grundlage für den Ankauf von eigenen Instrumenten.

1932 fand im Schlossgasthof das erste Vereinskonzert statt. Einen tollen Beweis lieferte die Musikkapelle beim Musiktreffen 1936 in Schwanenstadt, wo sie den ersten Preis erreichte. Im Jahre 1937 wurde Heinrich Steppan zum Kapellmeister gewählt, der jedoch im Jahre 1939 im 2. Weltkrieg gefallen ist. Alois Gschwendner übernahm neuerlich die Kapellmeisterfunktion. Während der Kriegszeit war nur eine bescheidene Vereinstätigkeit möglich. Aktiviert wurde die Musikkapelle 1946 wieder von Kapellmeister Gschwendner und dem späteren Obmann Zandomeneghi. Anlässlich des Preisspielens 1950 beim Welser-Volksfest wurde der Kapelle unter 20 Gruppen der erste Rang zuerkannt.

Kapellmeister Gschwendner übte seine Funktion bis zum Jahre 1963 ganz hervorragend aus. Er bildete nicht nur die Jungmusiker selbst aus, sondern schrieb auch in nächtelanger mühsamer Arbeit mit Tuschspitzfeder die Notenblätter für die Kapelle. Die Ausbildung der Jungmusiker erfolgt seit ca. 35 Jahren in den Musikschulen des Landes Oberösterreich. Diese Ausbildung trägt heute wesentlich zum hohen Niveau des oö. Blasmusikwesens bei. Nachfolger von Kapellmeister Gschwendner und Stabführer Hager wurde Josef Mayr, der beide Funktionen übernahm. Unter seiner Leitung wurden im Jahre 1982 die beiden ersten Marketenderinnen aufgenommen.

Durch den Beitritt der ersten Musikerin 1973 ging eine langjährige Männerdomäne zu Ende. Heute ist eine Musikkapelle ohne weibliche Mitglieder gar nicht mehr vorstellbar Mit der Übernahme der Kapellmeisterfunktion 2003 durch Susanne Zabl ging eine weitere Männerposition der Kapelle in Frauenhand über. Seit 2007 tritt die Musikkapelle bei den Konzertwertungen in der Leistungsstufe C an.

1995 übernahm zum ersten Mal mit Werner Pfarl ein aktiver Musiker die Obmannstelle. In der idealen Kombination mit der Funktion des Jugendreferenten erlebte die Kapelle seit dieser Zeit einen erfreulichen Anstieg der aktiven Mitglieder. Im Jahre 1950 hatte die Kapelle 20 Mitglieder, 1982 – 28, 1994 – 24, 1999 – 36 und 2006 – 46. Derzeit sind 55 aktive Mitglieder einschließlich 5 Marketenderinnen in der Kapelle.

Die Musikkapelle war und ist ständig bestrebt, an den Konzert- und Marschmusikwertungen sowie Bläsertagen des Blasmusikverbandes teilzunehmen. Die langjährige und erfolgreiche Teilnahme mit vielen ausgezeichneten und 1. Rängen wurde 2002 durch eine Ehrung im Landhaus durch den Landeshauptmann gewürdigt. 1961 nahm die Kapelle am 1. Landesmusikfest in Linz teil. 1982 und 1997. Der Musikverein ist Mitglied des oö. Blasmusikverbandes und organisierte 1982 und 1997 die Bezirksmusikfeste in Fischlham.

Durch die Abhaltung jährlicher Konzerte – jeweils ein Frühjahrs- und ein Herbstkonzert – ist die Kapelle bemüht, das musikalische Können zu verbessern und der Öffentlichkeit vorzustellen. Die Bevölkerung wird jedes Jahr am 1. Mai mit einem Ständchen erfreut. Mit der Umrahmung von kirchlichen Festen, Eröffnungen und Veranstaltungen kommt die Musikkapelle ihrem kulturellen Auftrag auch auf diesem Wege sehr gerne nach. Um diesen Auftrag erfüllen zu können, bedarf es einer ständigen Weiterbildung und Probentätigkeit. Ca. 200 Stunden hat ein Mitglied der Kapelle als Aufwand in einem „Musikerarbeitsjahr“ zu verrichten. Bedingt durch die Abwesenheit infolge Schulbesuch oder beruflicher Tätigkeit wird die Teilnahme eines ausreichenden Klangkörpers an den Begräbnissen trotz der vielen Mitglieder immer schwieriger. Der Musikverein beteiligt sich beim Brauch, abwechselnd mit anderen Vereinen jährlich einen Maibaum vor dem Gemeindezentrum aufzustellen.

Ein wichtiges musikalisches Ereignis in der Vereinsgeschichte war im Jahre 1951 die Tonbandaufnahme vom Sender Rot-Weiß-Rot in der Volksschule, die am 22. April des gleichen Jahres im Frühschoppenkonzert gesendet wurde. 1986 wurde eine Konzertreise nach Straßburg in Frankreich veranstaltet. Eine große Herausforderung in organisatorischer Hinsicht war für den Verein die Live-Übertragung der Klangwolke in Fischlham aus dem Brucknerhaus in Linz.

Die Probentätigkeit nahm ihren Anfang im Gasthaus Stimpl, die nach einigen Jahren in die „Alte Schule“ verlegt wurde. Bis zur Einrichtung des Musikprobelokals im alten Gemeindeamt über der Feuerwehrzeugstätte im Jahre 1982 wurde einige Jahrzehnte im Gasthaus Butz geprobt. Durch die große Mitgliederanzahl war die Suche eines neuen Musikheims erforderlich. Gemeinsam mit der Gemeinde und der freiwilligen Feuerwehr Fischlham hat man sich für den Neubau eines Objektes an der Sattledter-Landesstraße entschieden. Mit der Inbetriebnahme im Jahre 1998 ist nun eine endgültige Heimstätte für die Probentätigkeit vorhanden. Das Musikheim gehört der Gemeinde Fischlham und wurde dem Musikverein in der Verwaltung und Benützung zur Verfügung gestellt.

Der finanzielle Aufwand des Vereines wird durch Mitgliedsbeiträge, Spenden, Subventionen der Gemeinde und des Landes Oberösterreich sowie Organisation von diversen Veranstaltungen bestritten.

Die Bekleidung der Musiker war zu Beginn zivil. Aber bereits 1932 wurde der Kapelle das Tragen einer Uniform durch Bescheid der oö. Landesregierung bewilligt.

Bekleidung:

  • 1932 – 1950: schwarze lange Hose (selber gekauft), dunkelgrüne Bluse und Tellerkappe
  • 1950 – 1968: hellgraue lange Hose, Bluse und Tellerkappe in gleicher Farbe (ähnlich einer Fliegeruniform)
  • 1968 – 1982: schwarze lange Hose, rotes Gilet, schwarzer Hut mit Kordel und braune Jacke
  • 1982 – 1999: schwarze Pumphose oder Rock, blaue Stutzen, blaues Gilet, schwarzer Hut mit weißer Feder, graue Jacke und grauer Mantel
  • Seit 2000: schwarze Pumphose, weiße Stutzen, blaues Gilet, schwarzer Hut mit blau-gelber Kordel, orangefarbene Jacke und grauer Mantel

Obmänner:

  • 1931 – 1939 Pesl Johann +
  • 1949 – 1965 Zandomeneghi Othmar +
  • 1965 – 1979 Freimüller Franz +
  • 1979 – 1987 Karntner Johann +
  • 1987 – 1995 Auer Jakob
  • 1995 – 2011 Pfarl Werner
  • Seit 2011 Dickinger Wolfgang

Kapellmeister:

  • 1931 – 1937 Gschwendner Alois +
  • 1937 – 1939 Steppan Heinrich +
  • 1939 – 1963 Gschwendner Alois +
  • 1963 – 1982 Mayr Josef +
  • 1982 – 02/ 1994 Puchinger Reinhold
  • 03/1994 – 04/1994 Finkenzeller Karl
  • 05/1994 – 04/2003 Hörtenhuber Helmut
  • 04/2003 – 12/2011 Zabl Susanne
  • Seit 01/2012 Hemedinger Volker

Stabführer:

  • Zeitraum n.b. Mayrwöger Josef +
  • Mind. 2 Jahrzehnte Hager Alois +
  • 1963 – 1982 Mayr Josef +
  • 1982 – 1999 Lindinger Josef sen.
  • Seit 1999 Lindinger Josef jun.

Ehrenmitglieder:

  • Gschwendner Alois (Kpm.) +
  • Zandomeneghi Othmar (Obm.) +
  • Freimüller Franz (Obm.) +
  • Karntner Johann (Obm.) +
  • Diensthuber Rupert (Obm. Stv.) +
  • Zittmayr Josef (Förderer der Musikkapelle) +
  • Parzer Franz (langjähriger Musiker) +
  • Pühringer Josef (langjähriger Musiker) +
  • Michetschläger Josef (Obm. Stv. / langjähriger Musiker)

Ehrenringträger:

  • Mayr Josef (Kapellmeister / Stabführer) +
  • Parzer Franz (langjähriger Musiker) +
  • Pühringer Josef (langjähriger Musiker) +
  • Lindinger Josef sen. (Stabführer / langjähriger Musiker)
  • Gruber Leopold (langjähriger Musiker)
  • Neuböck Johann (langjähriger Musiker)
  • Zandomeneghi Reinhold (langjähriger Musiker)
  • Schneiderbauer Franz (langjähriger Musiker)
  • Pühringer Johann (langjähriger Musiker)

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15. Februar 2012                        Obmann Wolfgang Dickinger

 

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